Bevor wir uns im Rahmen dieses Beitrages näher auf das Crimpen eingehen, möchten wir dir erklären, was man unter dem Crimpen versteht.

Das sogenannte Crimpen wird häufig angewendet, wenn man beispielsweise eine elektrische leitende Verbindung herstellen möchte. Es findet Anwendung bei der Verbindung zwischen einem Stecker und verschiedenen Kabeln wie Patchkabeln, Netzkabeln oder Stromkabeln.

Benötigte Materialien

Damit Du eine Crimpverbindung herstellen kannst, benötigst Du einen Leiter (Kabel), Verbindungsmaterialien und eine sogenannte Crimpzange. Eine solche Zange dient dazu, die Steckverbindung so am Kabel zu befestigen, das diese sehr fest und quasi nicht mehr lösbar ist. Dazu wird etwas Kraft benötigt, die mit Hilfe einer Crimpzange ausgeübt wird. Die besondere Konstruktion einer solchen Zange nutzt den Hebeleffekt.

Die verschiedenen Normen sprechen meist von einer „dauerhaften und sicheren Verbindung“, die durch die Fachkraft herzustellen ist.

Häufig werden heute für viele Verbindungen, sogenannte Aderendhülsen verwendet. Diese wurden in den 1960er Jahren erfunden und bieten einen besonderen Schutz des Kupferleiters in der Klemmverbindung.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden meist Klemmschrauben verwendet, um die Verbindung eines Leiterdrahtes herzustellen. Hierbei kam es aber gelegentlich auch zur Beschädigung des Leiters oder in manchen Fällen auch zu einem Bruch des Kabels bzw. Drahtes.

Flexible Leiter wurden häufig verlötet. Lötzinn kann jedoch unter starkem Druck und hohen Temperaturen verlaufen bzw. fließen. Dieses wiederum führte in manchen Fällen zu Kontaktproblemen und schließlich wurde diese Art der Verbindung durch die entsprechenden Normen verboten.

Eine Aderendhülse jedoch hingegen bietet einen mechanischen Schutz und hat diese Nachteile nicht. Es existiert derzeit in den gängigen Normvorschriften keine Pflicht Aderendhülsen zu verwenden, vielmehr legt man die Entscheidung und damit auch die Verantwortung für die sachgerechte Art der Verbindung in die Hand der ausgebildeten Fachkräfte. Kurz gesagt gibt es derzeit immer noch mehrere Möglichkeiten unter verschiedenen Verbindungsarten zu wählen.

Das Crimpen in der Anwendung

Vor dem Crimpen steht meist der Prozess der Leitervorbehandlung. Man muss diesen auf das rechte Maß ablängen, die Schutzisolierung vorschriftsmäßig für die Verbindung in der erforderlichen Länge entfernen und kann dann vercrimpen.

Hier kommt eine gute Crimpzange zu ihrem Einsatz, da durch diese die einzelnen Arbeitsschritte optimiert ausgeführt werden können.

Grundsätzlich sollte man beim Crimpen darauf achten, das es nicht zu Veränderungen des Kabelquerschnitts kommt. Dieses geschieht häufig, wenn man nicht die notwendige Erfahrung mitbringt und oder falsche Werkzeuge benutzt.

Die Verbindung muss, wie bereits erwähnt, abrissfest hergestellt werden. Häufig ziehen Benutzer am Kabel und nicht am Stecker. In einem solchen Fall muss die Crimp-Verbindung Stand halten.

Für die Verbindung sind die passenden Stecker und Aderendhülsen zum jeweiligen Kabelquerschnitt zu wählen. Jetzt muss die Crimpzange richtig eingestellt werden und schon kann die Verbindung hergestellt werden. Auf keinen Fall sollte die Verbindung mit einer Kombizange oder einem Schraubstock vorgenommen werden.

Die sogenannte Zugentlastung findet grundsätzlich ihre Anwendung an der Isolierung des Kabels.

Es gibt unterschiedliche Zangen für das Crimpen. Mit einer Automatikpresszange gelingen die Crimps garantiert. Diese Art von Crimpzange presst nur bis zu einem gewissen Punkt, der für die spezielle Verbindung notwendig ist. Wird der Druckpunkt erreicht, so geht die Zange wieder von allein auf.

Beim Kauf einer Crimpzange solltest Du schauen bis zu welcher Länge Du Aderendhülsen pressen möchtest. Kostengünstigere Zangen sind hier nur bis zu einer Länge von einigen Millimetern einsetzbar, da ihre Auflagefläche oft recht klein gehalten ist.